Lexikon






Valeriana officinalis

Der echte Baldrian (Valeriana officinalis) ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet. Als Droge verwendet man die schonend getrocknete Wurzel. Ölvesikel der Hypodermis enthalten ätherische Öle und die chemisch labilen Valepotriate, die noch nicht allzulange als Inhaltsstoffe bekannt sind. Valepotriate sind Ester eines dreiwertigen Alkohols, der zu den Terpenengehört.

Nach Entdeckung dieser Stoffklasse meinte man, das wirksame Prinzip des Baldrians in Händen zu halten. Pharmakologische Studien schienen dies auch zu rechtfertigen. Am isolierten perfundierten Rattenhirn bewirken Valepotriate schon in sehr niedrigen Konzentrationen Veränderungen des EEG. Die Stoffe sind also zentralwirksam.

Diese Experimente erklären jedoch nicht alle Wirkungen des Baldrians. Es zeichnet sich ein Umdenken auf diesem Gebiet ab. Neben den Valepotriaten werden Bestandteile des ätherischen Öls, gewisse Sesquiterpene, als weitere wirksame Substanzen diskutiert. Diese zeigen sedative und spasmolytische Wirkung.

Gerbstoffe, Polysaccharide und Alkaloide, die im Baldrian gefunden wurden, könnten weitere Wirkungen erklären. Ein möglicher synergistischer Effekt zwischen den aufgezählten Substanzklassen wird heute nicht mehr ausgeschlossen, muß aber noch bewiesen werden.

Daß Baldrian-Präparate wirksam sind, belegen neuere klinische Studien. So zeigt eine doppelblinde Crossover-Studie bei Personen mit Schlafstörungen, daß eine Baldrian-Präparation die Schlafqualität verbessern kann.

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