Lexikon






Salbei

Salvia officinalis LINNÉ u. a. Arten. Sonstige, umgangssprachliche Namen:

Selwe
Saphei
Zaffee
Salve
Salwie
Schuwen
Sophie

Der aromatisch duftende bis zu 80 cm hohe Echte Salbei ist ein zur Familie der Lippenblütler zählender Halbstrauch, der mit den holzigen Teilen überwintert. Die meist stark verzweigten Äste sind in den älteren Teilen von einer abschuppenden, graubraunen Borke bedeckt. Die jüngeren Triebe sind dicht spinnwebig-filzig behaart. In den Achseln der gegenständigen, gestielten, schmalelliptischen, am Rand sehr fein gekerbten, unterseits feinrunzeligen Blätter stehen oft kleine Kurztriebe. Die derben Blätter sind 2-9 cm lang und 0,5-5 cm breit. Die Blüten sitzen zu zwei bis vier in ährenartigen in den Achseln lanzettlicher Hochblätter. Sie bilden 6- bis 8-blütige Scheinquirle. Die 2-3 cm langen Blüten haben 2-4 mm lange Stiele.

Die den Hochblättern ähnlichen, abfallenden Vorblätter sind ungefähr genauso lang wie die Stiele. Der Röhrige bis glockige Kelch ist fünfzahnig, und tief gefurcht. Die deutlich zweilippige, hellviolette Krone ist 2-3 cm lang und bildet am Grund eine 1 cm lange Röhre, die oben einen Haarring besitzt und sich in eine zweiteilige Ober- und eine dreiteilige Unterlippe spaltet. Zwei der ursprünglich 4 Staubblätter sind zu einem aufwendigen Bestäubungsapparat umgebildet. Die beiden anderen Staubblätter sind unfruchtbar. Der zweispaltige Griffel ragt über die Oberlippe hinaus, seine beiden Äste sind verschieden lang. Der zweifächrige Fruchtknoten ist durch falsche Scheidewände in 4 Fächer geteilt. Jedes dieser Fächer enthält eine Samenanlage, die sich zu einem Nüßchen entwickelt.

Blütezeit: Mai bis Juli
Sammelgut: Blätter
Sammelzeit: Mai bis Juni

Herkunft: Mittelmeerraum
Standort: Mittelmeerraum; im nordeuropäischen Raum vorwiegend in Gärten kultiviert

Wirkung:
Die Arznei wirkt antibakteriell, pilz- und virushemmend, adstringierend (zusammenziehend), sekretionsfördernd und schweißhemmend.

Nebenwirkung:
Bei längerandauernder Einnahme von alkoholischen Extrakten und des reinen ätherischen Öls können epileptiforme Krämpfe auftreten.

Anwendung:
Salbeiblätter: Anwendungsgebiete: äußere Anwendung: Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut innere Anwendung: dyspeptische (Verdauungs-) Beschwerden, vermehrte Schweißsekretion.

Dosierung:
Einnahme: Tagesdosis 4-6 g Droge, 0,1-0,3 g ätherisches Öl, 2,5-7,5 g Tinktur (entsprechend EB6), 1,5-3 g Fluidextrakt

Zum Gurgeln und Spülen: 2,5 g Droge bzw. 2-3 Tropfen des ätherischen Öls auf 100 ml Wasser als Aufguß bzw. 5 g alkoholischer Auszug auf 1 Glas Wasser.

Pinselung: Unverdünnter alkoholischer Auszug Art der Anwendung: Geschnittene Droge für Aufgüsse, alkoholische Auszüge und Destillate zum Gurgeln, Spülen und zu Pinselungen sowie zur inneren Anwendung als Frischpflanzenpreßsaft.

Besondere Hinweise:
Während der Schwangerschaft sollten das reine ätherische Öl und alkoholische Extrakte nicht eingenommen werden.

Wirkstoff/Droge:
Salbeiblätter, bestehend aus den frischen oder getrockneten Laubblättern sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung. Die Blätter enthalten mindestens 1,5% (V/G) thujonreiches ätherisches Öl, bezogen auf die getrocknete Droge. Hauptkomponenten des ätherischen Öls sind Thujon, Cineol und Campher. Ferner sind in den Blättern Gerbstoffe, Bitterstoffe, Triterpene, Steroide, Flavonoide enthalten.

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